Der Dritte im Bunde: Nach Liraglutid und Semaglutid erweist sich auch Dulaglutid als herzschützendes Antidiabetikum

Ute Eppinger

Interessenkonflikte

27. November 2018

Auch der GLP-1-Agonist Dulaglutid (Trulicity®) senkt das Risiko für schwere kardiovaskuläre Ereignisse bei Typ-2-Diabetikern. Das zeigen erste Ergebnisse der REWIND-Studie. Wie der Hersteller Eli Lilly jetzt mitgeteilt hat, hat Dulaglutid – einmal wöchentlich subkutan verabreicht – in der Studie die kombinierte Rate für kardiovaskulär bedingten Tod, Myokardinfarkt und Schlaganfall im Vergleich zu Placebo bei Patienten mit Typ-2-Diabetes signifikant verringert [1].

„Millionen von Menschen mit Typ-2-Diabetes haben per se ein hohes Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Und unsere Daten bestätigen jetzt Dulaglutid als Option für diese Menschen mit Typ-2-Diabetes“, wird Enrique Conterno, Präsident von Lilly Diabetes and Lilly USA, in der Unternehmensmitteilung zitiert.

„Die REWIND-Studie war ehrgeizig und bewertete, ob Dulaglutid Menschen mit Typ-2-Diabetes vor einem ersten Herz-Kreislauf-Ereignis schützt und künftige Ereignisse bei denjenigen verhindert, die schon an Herz-Kreislauf-Erkrankungen leiden“, wird Prof. Dr. Hertzel Gerstein, stellvertretender Direktor des Population Health Institute an der McMaster University, Hamilton, Kanada, und Studienleiter der REWIND-Studie zitiert.

„Dabei ist die Reduktion von MACE (Major Adverse Cardiovascular Events) überzeugend, die in einem breiten Spektrum von Typ-2-Diabetikern gezeigt werden konnte“, ergänzte er. „Und wir freuen uns darauf, alle Daten zu analysieren, um dann mehr berichten zu können.“

Patienten mit geringem kardiovaskulärem Risiko untersucht

In die multizentrische REWIND-Studie waren 9.901 Patienten mit Typ-2-Diabetes eingeschlossen. Ihr HbA1c-Wert zu Studienbeginn lag bei 7,3% – war also vergleichsweise niedrig. Nur 31% der Patienten wiesen zu Studienbeginn kardiovaskuläre Erkrankungen auf. Insgesamt handelte es sich damit um ein Kollektiv mit eher geringem kardiovaskulärem Risiko – im Vergleich zu früheren ähnlichen Studien mit anderen GLP-1-Agonisten. Die Untersucher hoffen damit Effekte für eine besonders breite Population von Menschen mit Typ-2-Diabetes machen zu können.

Im Interventionsarm erhielten die Probanden einmal wöchentlich 1,5 mg Dulaglutid subkutan oder Placebo, dies zusätzlich zur Standardversorgung. Mit einem medianen Follow up von über 5 Jahren weist REWIND unter den kardiovaskulären Endpunkt-Studien der GLP-1-Rezeptor-Agonisten damit auch die längste Beobachtungsdauer auf.

Herzschützende Effekte von Antidiabetika

Nach der LEADER-Studie und der SUSTAIN-6 Studie, die gezeigt hatten, dass zum einen Liraglutid (Victoza®) und zum anderen Semaglutid (Ozempic®, beide Novo Nordisk) sowohl das kardiovaskuläre als auch das Gesamt-Sterberisiko bei Patienten mit Typ-2-Diabetes senken konnten, ist REWIND die dritte große Endpunktstudie, die einen herzschützenden Effekt eines GLP-1-Analogons nachweist.

Auch andere Antidiabetika, etwa die SGLT2-Hemmer Empagliflozin (Jardiance®; Boehringer Ingelheim) und Canagliflozin (Invokana®; Janssen-Cilag) hatten sich in der EMPA-REG-OUTCOME-Studie bzw. der CANVAS-Studie als kardio- und vaskulär protektiv erwiesen. Auf herzschützende Effekte von Dapagliflozin (Forxiga®; BMS/Astra-Zeneca) lässt auch die DECLARE-Studie schließen.

Die aktuelle Mitteilung hat Eli Lilly herausgegeben, weil das Unternehmen aufgrund des Aktienrechts dazu verpflichtet ist. Bis die Studienergebnisse zu REWIND detailliert vorliegen, wird es noch einige Zeit dauern. Der Hersteller plant, die Daten im nächsten Jahr den Genehmigungsbehörden vorzulegen und die Studienergebnisse dann Anfang Juni 2019 beim Kongress der American Diabetes Association (ADA) in San Francisco vorzustellen.
 

Kommentar

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