Quiz: Ständig Durst und Harndrang – können Sie die verschiedenen Typen des Diabetes insipidus erkennen und richtig behandeln?

Dr. Romesh Khardori

Interessenkonflikte

9. August 2018

Ein spezifisches Gewicht des Urins von ≤ 1005 mg/ml und eine Urin-Osmolalität < 200 mOsm/kg sind die typischen Merkmale des Diabetes insipidus. Die Plasma-Osmolalität beträgt in der Regel >287 mOsm/kg. Der Verdacht auf eine primäre Polydipsie besteht, wenn große Mengen stark verdünnten Urins mit einer Plasma-Osmolalität im niedrigen Normalbereich registriert werden. Eine Polyurie mit erhöhter Plasma-Osmolalität lässt trotz eines relativ hohen basalen ADH-Spiegels auf einen renalen Diabetes insipidus schließen.

Bei leichter Polyurie kann der Wasserentzug bereits in der Nacht vor dem Test beginnen. Bei schwerer Polyurie wird tagsüber eine Wasser-Restriktion durchgeführt, um eine genauere Beobachtung zu ermöglichen. Die gesamte Wasser-Aufnahme wird zurückgehalten, die Urin-Osmolalität und das Körpergewicht werden stündlich gemessen. Wenn 2 aufeinanderfolgende Urin-Osmolalitäten um weniger als 30 mOsm/kg variieren oder wenn das Gewicht um >3% abnimmt, werden 5 U ADH in wässriger Lösung oder Desmopressin subkutan verabreicht. Für die Osmolalitäts-Messung wird 60 Minuten später eine endgültige Urinprobe gewonnen.

Die Testergebnisse des Durstversuches können bei Patienten mit chronischer primärer Polydipsie irreführend sein. Weil es bei Ihnen zu einer teilweisen Auswaschung des medullären interstitiellen Konzentrationsgradienten und zur Down-Regulation der ADH-Freisetzung kommen kann. Dies ähnelt dann dem Bild eines renalen Diabetes insipidus mit der Unfähigkeit, den Harn zu konzentrieren.

Im MRT zeigen die T1-gewichteten Bilder des gesunden Hypophysen-Hinterlappens ein hyperintenses Signal. Dieses Signal ist auch bei primärer Polydipsie immer vorhanden. Bei einem zentralen Diabetes insipidus fehlt es, außer bei einigen wenigen Kindern mit der seltenen familiären Form der Erkrankung. Es fehlt auch bei den meisten Patienten mit renalem Diabetes insipidus.

Kommentar

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