Fall: Echt kompliziert, wenn eine Schwangere starke Kopfschmerzen hat. Was schließen Sie aus, welche Medikamente sind erlaubt?

Dr. Nancy Hammond

Interessenkonflikte

3. August 2018

Die Behandlung von Kopfschmerzen während der Schwangerschaft ist aufgrund der möglichen teratogenen Wirkungen verschiedener Medikamente kompliziert. Wenn eine Ursache für die Kopfschmerzen gefunden wurde, sollte sich die Behandlung auf die zugrunde liegende Erkrankung konzentrieren. Wird ein primärer Kopfschmerz diagnostiziert, erhalten nicht medikamentöse Ansätze zunächst den Vorzug. Die Frauen sollten ermutigt werden, ein Kopfschmerztagebuch zu führen, um mögliche Auslöser zu identifizieren.

Häufige Auslöser für Migräne sind Stress, unregelmäßiger Schlaf, unregelmäßige Mahlzeiten, Dehydrierung und übermäßiger Koffeinkonsum oder Koffeinentzug. Auch bestimmte Nahrungsmittel können Migräne auslösen, und ein Kopfschmerz-Tagebuch kann sehr hilfreich dabei sein, spezifische Auslöser beim einzelnen Patienten zu identifizieren.

Entspannungstechniken, Biofeedback und Akupunktur können alle bei der Reduzierung der Häufigkeit von Kopfschmerzen hilfreich sein. Eine Kopfschmerz-Prophylaxe bei Migräne sollte in Betracht gezogen werden, wenn die Beschwerden mindestens einmal wöchentlich auftreten oder wenn Kopfschmerzen zum Arbeitsausfall oder zu anderen Beeinträchtigungen führen.

Die Behandlung einer akuten Migräne stellt bei schwangeren Frauen eine Herausforderung dar. Paracetamol wird allgemein als sicher während der Schwangerschaft angesehen und kann bei leichten bis mittelschweren Kopfschmerzen eingesetzt werden. Nicht steroidale Antiphlogistika gelten im 1. und 2. Trimenon als sicher und sind bei akuter Migräne wahrscheinlich wirksamer [5].

Triptane (z.B. Sumatriptan) sind Serotonin-Agonisten und hochwirksam bei Migräne. Im Tierversuch hatte sich ein teratogenes Risiko gezeigt, doch konnte über Schwangerschaftsregister für Sumatriptan, Naratriptan und Rizatriptan kein erhöhtes teratogenes Risiko ermittelt werden [6]. Triptane sind eine sinnvolle Option, wenn Paracetamol oder NSAIDs keine ausreichende Linderung verschaffen. Antiemetika sollten bei Migräne während der Schwangerschaft als Begleittherapie betrachtet werden. Metoclopramid und Prochlorperazin tragen nachweislich nicht zu fetalen Fehlbildungen bei [7]. Sie lindern vor allem die Übelkeit, aber ihnen wird auch eine Wirkung gegen die Migräne zugeschrieben [8].

Eine medikamentöse Prophylaxe sollte in Betracht gezogen werden, wenn die Migräne einmal pro Woche oder häufiger auftritt oder wenn die Frau aufgrund der Migräneanfälle eine erhebliche Beeinträchtigung erfährt. Die häufigsten Substanzen, die in der Migräneprophylaxe eingesetzt werden, sind Blutdruckmittel, Antiepileptika und trizyklische Antidepressiva. Bei der Erwägung einer Migräne-Prophylaxe sollte die niedrigste effektive Dosis verwendet werden, um mögliche teratogene Wirkungen zu minimieren.

Der Betablocker Propranolol wird auch zur Migräne-Prophylaxe eingesetzt. Humanstudien haben keine teratogene Wirkung gezeigt. Im 3. Trimenon sollte nach Möglichkeit jedoch Propranolol abgesetzt werden, um das Risiko einer fetalen Bradykardie zu verringern.

Das trizyklische Antidepressivum Amitriptylin wird ebenfalls zur Vorbeugung von Migräneanfällen eingesetzt. Man geht im Allgemeinen davon aus, dass die Einnahme während der Schwangerschaft in niedrigen Dosen sicher ist.

Topiramat schließlich ist ein Antiepileptikum, das häufig zur Migräne-Prophylaxe eingesetzt wird. Die Substanz sollte jedoch wegen des teratogenen Risikos nicht während der Schwangerschaft oder bei Frauen, die aktuell eine Schwangerschaft wünschen, verwendet werden. Zudem können orales Magnesium, Riboflavin und Coenzym Q10 während der Schwangerschaft eine Rolle in der Migräne-Prävention spielen.

Kommentar

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