Quiz: Ein Riesenproblem bei vielen Senioren – wie gut kennen Sie sich mit der chronischen Niereninsuffizienz aus?

Dr. Vecihi Batuman

Interessenkonflikte

28. Juni 2018

Indikationen zur Nierenersatztherapie bei CKD-Patienten sind u.a:

  • schwere metabolische Azidose

  • Hyperkaliämie

  • Perikarditis

  • Enzephalopathie

  • therapieresistente Volumenüberlastung

  • Gedeihstörung und Unterernährung

  • periphere Neuropathie

  • hartnäckige gastrointestinale Symptome

  • asymptomatische erwachsene Patienten mit einer GFR von 5–9 ml/min/1,73 m², unabhängig von der Ursache der CKD und dem Fehlen oder Vorliegen von Komorbiditäten.

Die Behandlung von Störungen im Mineralhaushalt von CKD-Patienten beinhaltet:

  • Aufrechterhaltung des Serum-Kalziumspiegels

  • Senkung des Parathormon-Spiegels im Serum

  • Osteoporose-Prophylaxe

  • Senkung der hohen Serum-Phosphatwerte.

Es gibt keine klaren Hinweise für den Nutzen einer Senkung des Phosphat-Spiegels bei CKD. Die Empfehlungen aus den Leitlinien dazu sind uneindeutig. Die Richtlinien der KDIGO Implementation Task Force empfehlen, den Serumphosphat-Spiegel in den CKD-Stufen 3 bis 5 im Normalbereich zu halten und in Stufe 5D auf Normalwerte abzusenken. Die Richtlinien des United Kingdom National Institute for Health and Clinical Excellence (NICE) sehen diese Empfehlungen nur für die Stufen 4, 5 und 5D vor.

Es gibt nicht sehr viele Belege für die Vorteile und Risiken einer Korrektur der metabolischen Azidose. Randomisierte kontrollierte Studien bei Patienten, die noch nicht an einem terminalen Nierenversagen erkrankt sind, fehlen – ebenso für Kindern. Bei Dialysepatienten liegen 3 kleine Studien vor. Diese deuten auf einige positive Effekte für den Protein- und Knochen-Stoffwechsel hin. Aber die Studien waren zu klein angelegt, um belastbare Daten zu liefern.

Einsatz von Statinen

Die KDIGO-Leitlinien raten zu einem breiteren Einsatz von Statinen bei Patienten mit CKD. Die konkreten Empfehlungen lauten:

  • Erwachsene ab 50 Jahren mit einer geschätzten GFR von < 60 ml/min/1,73 m2, die nicht mit einer Langzeitdialyse oder Nieren-Transplantation behandelt werden, sollten mit einem Statin oder einem Statin plus Ezetimib behandelt werden.

  • Bei Erwachsenen mit dialysepflichtiger CKD sollte keine Behandlung mit Statinen oder Statin/Ezetimib eingeleitet werden.

  • Patienten, die zum Zeitpunkt der Dialyse bereits mit einem Statin behandelt werden, sollten diese Therapie fortsetzen.

  • Erwachsene Nieren-Transplantations-Patienten sollten wegen eines erhöhten Risikos für koronare Ereignisse mit einem Statin behandelt werden.

  • Erwachsene im Alter von 18-49 Jahren mit einer geschätzten GFR von < 60 ml/min/1,73 m2, die nicht mit Dialyse oder einer Nierentransplantation versorgt werden, sollten Statine erhalten, wenn bei ihnen eine koronare Erkrankung, ein Diabetes, ein ischämischer Schlaganfall in der Anamnese oder eine geschätzte 10-jährige Inzidenz für einen koronarbedingten Todesfall oder einen nicht tödlichen Myokardinfarkt von > 10% besteht.

  • Die LDL-Bestimmung ist zur Bewertung der kardiovaskulären Risiken bei Personen mit CKD unzureichend und Erwachsene mit neu diagnostiziertem CKD sollten sich einer Überprüfung des gesamten Lipidprofils unterziehen.

  • Erwachsene ab 50 Jahren mit CKD und einer geschätzten GFR von 60 ml/min/1,73 m2 oder darüber sollten mit einem Statin behandelt werden.

 

Kommentar

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