Lyme-Borreliose: Das Wichtigste rund um Prävention, Diagnose und Therapie für die Aufklärung Ihrer Patienten

John O Meyerhoff, MD; Chief Editor: Herbert S Diamond, MD

Interessenkonflikte

25. Juli 2017

Prognose

Die Prognose für Patienten mit Lyme-Borreliose ist in der Regel hervorragend, wenn sie frühzeitig mit geeigneten Antibiotika therapiert werden. Rezidivierende Infektionen sind jedoch möglich, wenn der Patient wieder von einer infizierten Zecke gebissen wird; diese Infektionen ereignen sich in der Regel aufgrund eines unterschiedlichen Stammes lokal vorkommender Borrelien.[6]

Patienten, vor allem Erwachsene, die eine späte Therapie oder Erstbehandlung mit anderen Antibiotika als Doxycyclin oder Amoxicillin erhalten, können chronische muskuloskelettale Symptome und Schwierigkeiten mit dem Gedächtnis und der Konzentration sowie Müdigkeit entwickeln. Diese Symptome können die Patienten beeinträchtigen und schwer zu beseitigen sein.

Einige Patienten entwickeln chronische Arthritis, die durch immunpathogene Mechanismen und nicht durch aktive Infektion entsteht. Diese Erkrankung ist häufiger bei Trägern der Allotypen HLA DR2, HLA DR3 oder HLA DR4. Die Antibiotikatherapie wirkt nicht gegen die Arthritis, aber typischerweise spricht diese auf eine symptomatische Behandlung an und verschwindet schließlich.[7]

Eine Beteiligung des Herzens bei Lyme-Borreliose ist selten chronisch. Doch Patienten mit Herzblock 3. Grades benötigen oft einen temporären Schrittmacher und in seltenen Fällen einen permanenten Schrittmacher.

Lyme-Borreliose verläuft selten tödlich. Viele der tödlichen Fälle wurden bei Patienten berichtet, die mit anderen durch Zecken übertragenen Erregern wie Ehrlichia-Arten und B microti koinfiziert waren oder, in Europa, durch einen Zeckenstich an einer Meningitis erkrankten. Eine Auswertung der Centers of Disease Control and Prevention (CDC) der Sterberegister 1999-2003 ergab, dass nur einer von insgesamt 114 Einträgen, die Lyme-Borreliose als Grundleiden oder als eine unter mehreren Todesursachen nannten, mit klinischen Manifestationen der Lyme-Borreliose übereinstimmte.[8]

Extrem seltene Todesfälle bei Neugeborenen oder Totgeburten wurden nach Schwangerschaften berichtet, die durch nicht oder unzureichend behandelte symptomatische Lyme-Borreliose bei der Mutter kompliziert wurden. Spätere Erkenntnisse aus CDC-Studien deuten darauf hin, dass eine angeborene Infektion mit Borrelia burgdorferi unwahrscheinlich und diese nicht direkt verantwortlich für einen negativen Ausgang der Schwangerschaft ist.

Post-Lyme-Syndrom

Zurükbleibende Symptome, die länger als 6 Monate andauern können, beeinträchtigen 10-20% der Patienten, die gemäß der Empfehlungen gegen Lyme-Borreliose behandelt wurden. [9] Häufige Beschwerden sind kognitive Störungen, Müdigkeit, Gelenk- oder Muskelschmerzen, Kopfschmerzen, Hörverlust, Vertigo, Stimmungsstörungen, Parästhesien und Schlafstörungen. Dieser Zustand wird oft chronische Borreliose genannt oder noch passender als Post-Lyme-Syndrom (post-treatment Lyme disease syndrome, PTLDS) bezeichnet.

Es gibt keine Hinweise darauf, dass eine längere Antibiotikatherapie wirksam bei PTLDS sein kann. Fast alle Patienten erholen sich mit der Zeit, aber die Erholung kann in einigen Fällen mehr als 6 Monate dauern.[9]

In einer Studie berichteten viele Patienten, bei denen 1-11 Jahre zuvor Lyme-Borreliose diagnostiziert worden war, verstärkte Symptome, Schwierigkeiten mit typischen täglichen Aktivitäten oder beides. Allerdings war die Häufigkeit dieser Berichte ähnlich der bei altersgleichen Kontrollpersonen ohne Lyme-Borreliose.[10]

Eine andere Studie fand keinen Unterschied in Bezug auf Muskel-Skelett-Anomalien, neurologische Anomalien oder neurokognitive Leistungen zwischen Kontrollpatienten und Borreliose-Patienten, die im Durchschnitt 6 Jahre nach der Infektion untersucht wurden. Doch Patienten mit früherer Lyme-Borreliose hatten mehr Gelenkschmerzen und Gedächtnisstörungen sowie einen schlechteren funktionellen Status aufgrund von Schmerzen.[11]

Kommentar

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