Zoledronsäure bei Knochenmetastasen: 12-wöchiges Intervall nicht schlechter als die 4-wöchige Gabe

Dr. Susanne Heinzl

Interessenkonflikte

23. Januar 2017

Zoledronsäure kann bei Patienten mit Knochenmetastasen aufgrund eines Mamma- oder Prostatakarzinoms oder eines multiplen Myeloms auch nur alle 12 Wochen gegeben werden. Im Vergleich zum Standarddosierungsintervall alle 4 Wochen erhöht sich im Verlauf von 2 Jahren das Risiko von skelettbezogenen Ereignissen durch die seltenere Gabe nicht, wie eine randomisierte Studie in den USA zeigte.

Die Ergebnisse wurden  von einer Arbeitsgruppe um Dr. Andrew L. Himelstein, Graham Cancer Center & Research Institute, Newark, in JAMA publiziert wurde [1]. „Die Anzahl skelettbedingter Ereignisse unterschied sich zwischen der 4-Wochen-Gruppe und der 12-Wochen-Gruppe nicht signifikant“, so die Autorengruppe.

Bei Krebserkrankungen entstehen Metastasen häufig auch in den Knochen. Das Bisphosphonat Zoledronsäure, intravenös alle 3 bis 4 Wochen gegeben, kann die Inzidenz skelettbezogener Ereignisse, wie Frakturen, Rückenmarkskompression, Knochenbestrahlung oder chirurgische Eingriffe am Knochen, um 25 bis 40% verringern. Bisphosphonate werden im Allgemeinen zwar gut vertragen, können jedoch auch unerwünschte Wirkungen wie eine Kieferosteonekrose, Nierenfunktionsstörungen und Hypokalziämie hervorrufen. Ein optimales Dosierungsintervall ist bislang nicht bekannt. Das derzeit angewendete Standardintervall von 4 Wochen basiert primär auf Empirie.

Studie prüft Nichtunterlegenheit eines längeren Dosierungsintervalls

 
Die Anzahl skelettbedingter Ereignisse unterschied sich zwischen der 4-Wochen-Gruppe und der 12-Wochen-Gruppe nicht signifikant. Dr. Andrew L. Himelstein
 

Himelstein und seine Kollegen untersuchten nun offen und randomisiert bei 1.822 Patienten mit Brust- oder Prostatakrebs oder multiplem Myelom, ob Zoledronsäure, alle 12 Wochen gegeben, einer 4-wöchentlichen Gabe nicht unterlegen war. Die Patienten im medianen Alter von 65 Jahren litten unter mindestens einer Knochenmetastase. 855 waren an einem Mammakarzinom, 689 an einem Prostatakarzinom und 278 an einem multiplen Myelom erkrankt.

Je 911 Patienten erhielten Zoledronsäure alle 4 Wochen bzw. alle 12 Wochen intravenös über 2 Jahre. Insgesamt durchliefen 795 Patienten die gesamte Studiendauer. Damit schieden mehr Patienten vorzeitig aus, als die von der Arbeitsgruppe um Himelstein erwarteten 30%. In die Intention-to-Treat-Analyse wurden alle 1.822 Patienten eingeschlossen.

 
Dieses längere Intervall könnte eine akzeptable Therapieoption sein. Dr. Andrew L. Himelstein
 

In der 4-Wochen-Gruppe trat bei 260 Patienten (29,5%) und in der 12-Wochen-Gruppe bei 253 Patienten (28,6%) mindestens 1 skelettbezogenes Ereignis innerhalb von 2 Jahren nach der Randomisierung auf. Damit erwies sich das 12-Wochen-Therapieintervall dem 4-Wochen-Therapieintervall als nicht unterlegen.

Allgemeinzustand, Schmerzscores, Häufigkeit einer Kieferosteonekrose und Nierenfunktionsstörungen waren in beiden Gruppen ebenfalls ähnlich, obwohl bei größerem Therapieintervall insgesamt eine niedrigere kumulative Dosis gegeben wurde. Die Therapieadhärenz war bei längerem Dosierungsintervall besser (63% ohne Therapieverzögerung) als bei kürzerem Intervall (38% ohne Therapieverzögerung). „Dieses längere Intervall könnte eine akzeptable Therapieoption sein“, so die Schlussfolgerung der Autoren.

 

REFERENZEN:

1. Himelstein AL, et al: JAMA 2017;317:48-58

 

Kommentar

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