Fortschritte bei Diagnose und Therapie von Zöliakie, Reizdarmsyndrom, chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen und eosinophiler Ösophagitis

William F. Balistreri, MD

Interessenkonflikte

8. Januar 2016

In diesem Artikel

Eosinophile Ösophagitis (EÖ)

Orales Budenosid als Suspension

Die therapeutischen Maßnahmen bei Patienten mit EÖ basieren aktuell auf  dem Versuch der Verbesserung von Symptomen und der Histologie. Die Erhebung der Symptomatik wird aufgrund von methodischer Bedenken, Placebo-Effekten und adaptiven Verhaltensweisen der Patienten als unverlässlich angesehen. Außerdem ist der Korrelationsgrad zwischen eosinophiler Dichte in der Biopsie der Speiseröhre und dem Ergebnis hinsichtlich der Symptomatik nur gering.

Topische Steroide stellen die pharmakologische Erstlinientherapie-Option für Patienten mit EÖ dar. Sie sind allerdings nicht von der FDA zugelassen, u.a. weil es keine Studiendaten gibt, die im Rahmen validierter, patientenbezogener Ergebnismethoden erhoben wurden.
Hirano et al. bestimmten den Grad des endoskopisch dokumentierten Heilungsprozesses nach therapeutischer Intervention mit Hilfe eines Schleimhaut-adhärenten topischen Steroids: einer oralen Budenosid-Suspension (OBS) [12]. Sie benutzten ein validiertes System zur Klassifizierung und Bestimmung der Schwere einer endoskopisch identifizierten EÖ, den sogenannten EREFS (EoE Reference Score for Endoscopic Abnormalities).

Die Studienteilnehmer wurden im Verhältnis 1:1 für 12 Wochen entweder in den Behandlungsarm mit OBS 2mg 2-mal täglich oder in den Placebo-Arm mit Placebo 2-mal täglich randomisiert. Die EREFS-Ergebnisse zeigten eine signifikante Verbesserung im Verum-Arm, nicht aber im Placebo-Arm. Ödeme, Ringe, Exsudate und Furchenbildungen gingen unter OBS, aber nicht unter Placebo signifikant zurück. Strikturen änderten sich weder unter OBS noch unter Placebo signifikant , obwohl Patienten mit hochgradigen Strikturen von der Studie im Vorfeld ausgeschlossen wurden. Die Resultate des proximalen, distalen und Gesamt-EREFS korrelierten mit der höchsten Eosinophilen-Zahl nach der Behandlung.

Für die Ergebnisse bezüglich der inflammatorischen Komponenten (d.h. Ödeme, Exsudate und Furchenbildung), einer Ringbildung und des Gesamt-EREFS konnte eine signifikante Besserung gezeigt werden. Daher können endoskopische Resultate wichtige Endpunkte im Rahmen von Studien zur EÖ sein, die symptom-orientierte und histologische Untersuchungen komplementieren.

Dellon et al. berichteten auch über die Ergebnisse ihrer Studie, die darauf ausgerichtet waren herauszufinden, ob OBS Placebo hinsichtlich einer Reduktion dysphagischer Symptome und der ösophagealen Eosinophilen-Zahl bei Jugendlichen und Erwachsenen mit EÖ überlegen ist [13]. Die Studienteilnehmer wurden im Verhältnis 1:1 entweder in den Behandlungsarm mit OBS 2mg 2-mal täglich oder in den Placebo-Arm mit Gabe einer Placebo-Suspension randomisiert. Im Vergleich zu Placebo konnte nach 12 Wochen Therapie mit OBS eine signifikante Verbesserung der Dysphagie sowie der ösophagealen Eosinophilen-Zahl bei günstigem Verträglichkeitsprofil nachgewiesen werden.

Ernährung unter Aussparung von sechs Lebensmitteln

Zusätzlich zu topischen Kortikosteroiden kann im Rahmen der Erstlinienbehandlung der EÖ eine Diät durchgeführt werden, bei der auf 6 verschiedene Nahrungsmittel verzichtet wird (6LVD). Die empirische 6LVD führt zu einer klinischen und histologischen Remission bei Kindern und Erwachsenen mit EÖ. Milch, Weizen, Eier und Soja wurden als die häufigsten Trigger identifiziert.

Im Rahmen einer prospektiven Studie wollten Kagalwalla et al. die klinische, endoskopische und histologische Wirksamkeit einer Diät unter Verzicht auf 4 Lebensmittel (4LVD) bei Kindern mit EÖ evaluieren [14]. Abdominelle Schmerzen, langsame Nahrungsaufnahme und Dysphagie zählten zu den häufigsten Symptomen. Eine histologische Remission gelang bei 71% der Studienteilnehmer, was anhand der Auszählung von Eosinophilen in Biopsien aus der Speiseröhre vor und nach der Behandlung bestimmt wurde. In 18% der Fälle verschwanden alle Symptome bei Vorliegen eines Ansprechens. Die restlichen Studienteilnehmer berichteten über das Ausbleiben eines oder mehrerer Symptome unter der 4LVD.  Verbesserungen hinsichtlich des Schweregrads der endoskopischen Befunde konnte bei Ansprechen in 83% nachgewiesen werden, von denen 31% eine vollständige Normalisierung erreichten.

Mit Hilfe der 4LVD gelang der Nachweis spezifischer Lebensmittel, die als Trigger für eine Inflammationsreaktion nach erneuter Aufnahme fungierten. Die Ergebnisse dieser prospektiven Studie stützen die Vermutung, dass eine 4LV-Diät eine wirksame Therapieoption für Kinder mit EÖ darstellt und im Vergleich zur 6LV-Diät günstiger abschneidet.

Kosteneffizienz der Therapieoptionen

Cotton et al. bestimmten, ob eine Behandlung mit topischen Kortikosteroiden oder eine diätetische Therapie kosteneffizienter in der Therapie der EÖ ist, indem sie eine Kosten-Nutzen-Analyse aus der Sicht eines Zahlers anfertigten [15]. Im Vergleich zur diätetischen Einstellung ist die orale Einnahme topischer Kortikosteroide keine kosteneffiziente Option in der Behandlung der EÖ. Im Langzeitvergleich ist die diätetische Therapie der Behandlung mit Kortikosteroiden überlegen. Aus der Sicht eines Selbstzahlers ist die Steroidtherapie deutlich teurer, insbesondere wenn für einen beträchtlichen Anteil an Patienten eine Langzeittherapie indiziert ist.

Kommentar

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