Plattenepithel-NSCLC: In der Zweitlinientherapie übertrumpft Nivolumab als erster PD1-Inhibitor Docetaxel

Dr. Susanne Heinzl

Interessenkonflikte

22. Juni 2015

Chicago – Der PD1-Inhibitor Nivolumab verlängert bei Patienten mit fortgeschrittenem nicht-kleinzelligen Plattenepithelkarzinom der Lunge (NSCLC) in der Zweitlinientherapie im Vergleich zu Docetaxel das Gesamtüberleben sowie das progressionsfreie Überleben . Zudem war die Ansprechrate signifikant besser, so die Ergebnisse der CHECKMATE-017-Studie, die von Prof. Dr. David R. Spigel, Hämato-Onkologe bei Tennessee Oncology in Nashville (USA), beim ASCO-Kongress 2015 vorgestellt und zeitgleich im New England Journal of Medicine publiziert worden ist [1,2].

„Nivolumab ist der erste PD1-Inhibitor, der im Vergleich zu der Standardtherapie mit Docetaxel einen Überlebensvorteil bei vorbehandelten Patienten mit fortgeschrittenem Plattenepithel-NSCLC erreichen konnte“, so das Fazit von Spigel.

Patienten mit nicht-kleinzelligen Plattenepithelkarzinom der Lunge haben eine schlechte Prognose. Die therapeutischen Optionen sind nach Versagen der Erstlinienbehandlung gering. Die Zweitlinientherapie mit Docetaxel hat nur eine begrenzte Wirkung und ist relativ toxisch. Sie führt zu einem medianen Gesamtüberleben von 5 bis 8 Monaten bei einer Gesamtansprechrate von nur 3 bis 9%.

Der PD1-Inhibitor Nivolumab hatte sich bei vorbehandelten Patienten mit fortgeschrittenem oder metastasiertem NSCLC verschiedener Histologien als wirksam erwiesen. Wirksamkeit und Verträglichkeit wurden nun in der Phase-3-Studie CHECKMATE-017 im Vergleich zu Docetaxel untersucht.

In die von Bristol-Myers Squibb finanzierte, offene Studie wurden Patienten eingeschlossen, deren Erkrankung nach Vorbehandlung mit einer platinbasierten Chemotherapie fortgeschritten war. Randomisiert wurden 135 Patienten mit Nivolumab (3 mg/kg Körpergewicht i. v. alle 2 Wochen) und 137 Patienten mit Docetaxel (75 mg/kg KG alle 3 Wochen) jeweils bis zur Progression oder inakzeptablen Toxizität behandelt. Primärer Endpunkt war das Gesamtüberleben (OS).

Vorzeitiger Studienabbruch wegen überlegener Wirkung

Aufgrund einer geplanten Zwischenanalyse empfahl das Sicherheitskomitee im Januar 2015, die Studie zu beenden. Spigel stellte die Ergebnisse dieser Zwischenanalyse vor.
Das Gesamtüberleben betrug in der Nivolumab-Gruppe 9,2 Monate, in der Docetaxel-Gruppe 6,0 Monate. Es war mit einer Hazard-Ratio von 0,59 signifikant verlängert (p = 0,00025). 42% der Patienten mit Nivolumab überlebten mindestens 1 Jahr, in der Docetaxel-Gruppe waren dies 24%.

 
Nivolumab ist der erste PD-1- Inhibitor, der einen Überlebensvorteil im Vergleich zu Docetaxel bei diesen Patienten (mit nicht-kleinzelligem Lungenkrebs) zeigen konnte. Prof. Dr. David R. Spigel
 

Das progressionsfreie Überleben (PFS) betrug mit Nivolumab 3,5 Monate, mit Docetaxel 2,8 Monate (p = 0,0004). Unter Nivolumab sprachen 20%, unter Docetaxel 9% der Patienten an (p = 0,0083). Außrdem war Nivolumab besser verträglich als die Chemotherapie. Bei 7% der Patienten traten unter dem PD1-Blocker Nebenwirkungen vom Grad 3 bis 4 auf, während sie bei 57% der Patienten unter Docetaxel berichtet wurden.

Spigel fasste die Vorteile in Chicago so zusammen: „Nivolumab ist der erste PD-1-Inhibitor, der einen Überlebensvorteil im Vergleich zu Docetaxel bei diesen Patienten zeigen konnte. Er war Docetaxel auch in allen sekundären Endpunkten überlegen und sein Sicherheitsprofil war günstiger als das von Docetaxel, was mit den Ergebnissen vorheriger Studien übereinstimmt.“ Aufgrund der Ergebnisse der CheckMate-017-Studie wurde Nivolumab von der FDA im März 2015 für diese Indikation zugelassen, die Europäische Zulassungsbehörde hat die Zulassung Ende Mai 2015 empfohlen.

 

REFERENZEN:

1. ASCO Annual Meeting, 31. Mai bis 2. Juni 2015, Chicago (Abstract 8028)

2. Brahmer J, et al: NEJM (online) 31. Mai 2015

 

 

Kommentar

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