Erstlinientherapie beim metastasierten Melanom: Immuntherapie in Kombi hoch wirksam, aber sehr teuer

Susanne Heinzl

Interessenkonflikte

10. Juni 2015

Chicago – Eine Erstlinientherapie mit Nivolumab in Monotherapie oder in Kombination mit Ipilimumab ist bei Patienten mit metastasiertem Melanom signifikant wirksamer als eine Monotherapie mit Ipilimumab. Das progressionsfreie Überleben (PFS) nahm von 2,9 Monaten unter Ipilimumab auf 6,9 Monate unter Nivolumab und auf 11,5 Monate unter Nivolumab plus Ipilimumab zu.

 
Diese Therapieform (Nivolumab allein oder in Kombination mit Ipilimumab) ist nun neuer Standard in der Behandlung des fortgeschrittenen Melanoms. Prof. Dr. Michael Atkins
 

Dieser ersten Ergebnisse der CheckMate-067-Studie wurden beim ASCO-Kongress in Chicago von Prof. Dr. Jedd Wolchok vom Memorial Sloan Kettering Cancer Center in New York in der Plenarsitzung vorgestellt und parallel im New England Journal of Medicine publiziert [1;2]. „Diese Therapieform ist nun neuer Standard in der Behandlung des fortgeschrittenen Melanoms“, kommentierte Prof. Dr. Michael Atkins, Georgetown Lombardi Comprehensive Cancer Center Washington, DC, die Ergebnisse.

Prof. Dr. Leonard Saltz, Memorial Sloan Kettering Cancer Center, New York, beglückwünschte am Ende der Plenarsitzung die Autoren ebenfalls zu ihrem Ergebnis. Er habe jedoch ein Problem: „Diese Arzneimittel kosten zu viel.“

Phase-1- und -2-Studien weckten bereits große Hoffnungen

Mit der Einführung des CTLA-4-Antikörper Ipilimumab in die Therapie des metastasierten Melanoms konnten in den letzten Jahren deutliche Fortschritte erzielt werden. Mit den PD1-Inhibitoren Nivolumab und Pembrolizumab stehen weitere Immuntherapeutika zur Verfügung, die sich aufgrund eines anderen Angriffspunktes als Kombinationspartner für Ipilimumab eignen.

In einer Phase-1-Studie konnte mit der Kombination aus Nivolumab und Ipilimumab bei Patienten mit fortgeschrittenem Melanom eine Gesamtansprechrate von 53% erreicht werden mit einer 2-Jahres-Überlebensrate von 88%. In einer Phase-2-Studie führt die Kombination in der First-Line-Therapie zu einer Ansprechrate von 61% im Vergleich zu 11% unter Ipilimumab allein. Allerdings traten bei 54% der Patienten unter der Kombination Nebenwirkungen vom Grad 3 bis 4 auf im Vergleich zu 24% unter Ipilimumab allein.

Phase-3-Studie zu Kombi versus Mono in der Erstlinientherapie

Wolchok und seine Kollegen verglichen nun in der Phase-3-Studie CheckMate-067 Wirksamkeit und Verträglichkeit der Kombination aus Nivolumab plus Ipilimumab sowie einer Monotherapie mit Nivolumab mit einer Ipilimumab-Monotherapie.

In die von Bristol Myers Squibb finanzierte randomisierte doppelblinde Studie wurden 945 nicht vorbehandelte Patienten mit nicht resezierbarem oder metastasiertem Melanom aufgenommen. Randomisiert erhielten sie:

  • • Nivolumab 1 mg/kg plus Ipilimumab 3 mg/kg alle 3 Wochen über 4 Zyklen, dann Nivolumab 3 mg/kg alle 2 Wochen (n = 314)

  • • Nivolumab 3 mg/kg alle 2 Wochen plus ein Ipilimumab-angepasstes Placebo (n = 316)

  • • Ipilimumab 3 mg/kg alle 3 Wochen über 4 Zyklen plus ein Nivolumab-angepasstes Placebo (n = 315)

Die Patienten erhielten die Behandlung bis zur Progression oder inakzeptablen Toxizität. Die Studie hat einen koprimären Endpunkt aus progressionsfreiem Überleben (PFS) und Gesamtüberleben (OS).

Wolchok präsentierte die Daten zum PFS, die Daten zum OS sind noch nicht reif. Die Studie war nicht darauf angelegt, einen Unterschied zwischen der Gruppe mit Nivolumab-Monotherapie und Nivolumab-Kombinationsbehandlung nachzuweisen. Die Ergebnisse zum PFS mit einer mindestens 9 Monate dauernden Nachbeobachtungszeit basieren auf dem Stichtag 17. Februar 2015. Die Studie bleibt derzeit für die OS-Daten noch verblindet.

Die demographischen Parameter der 3 Gruppen waren gut vergleichbar, das mediane Alter der Patienten lag bei 61 Jahren, rund 64% waren Männer. Bei ca. 24% betrug die Expression von PD-L1 mindestens 5%. 31% wiesen eine BRAF-V600-Mutation auf.

Kommentar

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