Fallbericht: Behandlung einer rezidivierenden Clostridium-difficile-Infektion mit häuslicher Fäkaltransplantation

Pauline S Duke, John Fardy

Interessenkonflikte

27. April 2015

In diesem Artikel

Dieser Fall wurde ursprünglich im Journal of Medical Case Reports präsentiert (J Med Case Reports. 2014;8(393)).

Abstract

Einführung: Eine Infektion mit Clostridium difficile führt zu schwerer Diarrhö, Bauchschmerzen und Gewichtsverlust. Die initiale Behandlung besteht in einer Metronidazol-Kur. Allerdings bekommt bis zu 40 % der Patienten mindestens einmal ein Rezidiv. Manche dieser Patienten benötigen dann eine Vancomycin-Behandlung, andere brauchen mehrere Kuren mit anderen teuren Medikamenten. Die Fäkaltransplantation hat sich bei Patienten mit Rezidiven als wirksame Behandlungsoption erwiesen. Wir stellen Ihnen hier den Fall einer Patientin mit rezidivierender Clostridium-difficile-Infektion und ihren Erfahrungen mit der häuslichen Fäkaltransplantation vor, nachdem sie auf die übliche Behandlung nicht ansprach.

Fallvorstellung: Die 66-jährige Kanadierin stellte sich bei ihrem Hausarzt im Dezember 2012 wegen einer bereits seit 10 Tagen bestehenden explosiven wässrigen Diarrhö vor. Man diagnostizierte eine Clostridium-difficile-Infektion und behandelte sie mit Metronidazol. Die Diarrhö kehrte wieder und blieb auch trotz einer Vancomycin- und einer daran anschließenden Fidaxomicin-Behandlung über weitere 4 Monate präsent. In ihrer Region gab es kein offizielles Fäkaltransplantationsprogramm, weshalb die Prozedur unter der Aufsicht ihres Hausarztes durchgeführt werden musste. Es wurde der erste Fall von Fäkaltransplantation in dieser Region Kanadas und fand zudem im häuslichen Setting statt. Die Patientin erholte sich umgehend und erfreut sich seitdem bis heute bester Gesundheit.

Schlussfolgerungen: Die Fäkaltransplantation über ein Rektalklistier erwies sich somit als wirksame, sichere und praktische Behandlungsoption bei Patienten mit rezidvierenden Clostridium-difficile-Infektionen. Diese Behandlung ist deutlich günstiger und beansprucht weniger Ressourcen als die traditionelle Applikation über Magensonde, Endoskopie oder Koloskopie. Die Patienten und Familien benötigen Unterstützung bei der Beschaffung einiger Utensilien und ärztliche Begleitung und Zuspruch während des Prozesses und im weiteren Verlauf. Auch die telefonische Erreichbarkeit ist wichtig.

Dies kann von einem Hausarzt organisiert werden, ohne dass dabei hohe Kosten für Krankenhausaufenthalte und Nachuntersuchungen entstehen.

Kommentar

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