Ungewollt erschlafft: Das richtige Vorgehen bei Erektionsstörungen

Edward D. Kim, MD

Interessenkonflikte

12. November 2014

In diesem Artikel

Risikofaktoren

Risikofaktoren Die ED und kardiovaskuläre Erkrankungen teilen ähnliche zugrundeliegende Risikofaktoren, zu denen die endotheliale Dysfunktion, die Größe von Blutgefäßen und veränderte Androgenspiegel gehören. Anomalitäten der endothelialen Funktion stehen in engem Zusammenhang mit dem metabilschen Syndrom, einem Diabetes mellitus, einer Hypertonie und einer Dyslipidämie.

Abbildung 2

Die bemerkenswerte Studie von Thompson et al. im Rahmen der „Prostate Cancer Prevention Trial“ legte fest, dass die ED ein Indikator für die zukünftige Morbidität und Mortalität ist. Dabei sei die Entwicklung einer ED mit einer Hazard-Ratio von 1,25 bezüglich zukünftiger kardiovaskulärer Ereignisse assoziiert. [3]

In einer separaten Studie sorgten Inman und Mitarbeiter Männer mit ED nach und identifizierten ein zu 80 % erhöhtes Risiko für die Entwicklung einer koronaren Herzkrankheit (KHK) nach 10 Jahren (4). Bei jüngeren Männern war die ED mit einem erhöhten Risiko für zukünftige Herzerkrankungen vergesellschaftet, während sie bei älteren Männern nur wenig prognostische Signifikanz hatte.

Der „Princeton Consensus Guidelines Panel“ empfahl, dass Männer mit ED einen kompletten medizinischen Check-Up mit Stratifizierung ihres kardiovaskulären Risikos in hoch, mittel und niedrig absolvieren sollten. [5]

Abbildung 3

Männer mit hohem Risiko sind diejenigen, die eine instabile oder refraktäre Angina pectoris, einen kürzlich erlittenen Myokardinfarkt, bestimmte Arrhythmien oder eine unkontrollierte Hypertonie aufweisen. Abbildung 3 zeigt die Risikofaktoren für Patienten mit und ohne nachgewiesener KHK. Die sexuelle Aktivität mit einer Therapie für die ED sollte bei Hochrisikopatienten solange ausgesetzt werden, bis die kardiale Erkrankung stabil ist. Sie sollten einem kardiovaskulären Belastungstest beim Kardiologen unterzogen und einer dementsprechenden Therapie zur Risikoreduktion zugeführt werden. Der Patient im präsentierten Fall kann in die Gruppe der Patienten mit unbestimmtem Risiko zugeordnet werden, er weist als Risikofaktoren Übergewicht, Dyslipidämie, Hypertonie und eine positive Familienanamnese auf. Bei ihm sollte ein kardialer Belastungstest erfolgen.

Die penile Duplexsonographie, nächtliche Tumeszenztests und die penile Angiographie werden als gesonderte Untersuchungen für die Diagnosestellung einer ED betrachtet. Sie werden in der Routine nicht empfohlen, stellen aber gute Reserveuntersuchungen bei komplizierten oder ungewöhnlichen Fällen dar, in denen sie die Wahl der Therapie beeinflussen können.

Der IIEF ist ein validierter Fragebogen, der bei der Beurteilung der erektilen Funktion breite Anwendung findet. Die Schwere einer ED wird wie folgt in 5 diagnostische Kategorien eingeteilt:

Keine ED: IIEF-Ergebnis = 26-30

Geringe ED: IIEF-Ergebnis = 22-25

Geringe bis moderate ED: IIEF-Ergebnis = 17-21

Moderate ED: IIEF-Ergebnis = 11-16

Schwere ED: IIEF-Ergebnis = 6-10.

Liegt die Verbindung einer ED mit modifizierbaren Verhaltensfaktoren nahe – besonders bei Männern ohne Begleiterkrankungen – sollten Änderungen des Lebensstils angestrebt werden. Diese Strategien gelten als wirksam in der Vermeidung und potenziell auch Verbesserung einer ED. Da Stickoxid als Schlüsselfaktor für den Gefäßstatus, eine ED und die KHK gilt, wurde der Fokus auf Wege zur Erhöhung der Stickoxidproduktion gelegt.

Gewichtsabnahme, gesunde Ernährung und körperliches Training können die erektile Funktion über vermutete Mechanismen verbessern, zu denen eine Verbesserung der endothelialen Dysfunktion, der Insulinresistenz und des geringgradigen Inflammationsstatus´ in Verbindung mit einem Diabetes mellitus und anderer metabolischer Erkrankungen (bei denen es sich alle um Risikofaktoren für eine ED handelt) gehören. Ein daraus resultierender, verbesserter Entzündungsstatus kann dazu beitragen, die Last einer sexuellen Dysfunktion bei Männern zu reduzieren.

Änderungen des Lebensstils wie Zunahme der körperlichen Bewegung, gesunde Ernährung und reduzierte Kalorienaufnahme werden mit eine Besserung der erektilen Funktion in der allgemeinen männlichen Bevölkerung in Zusammenhang gebracht. Esposito und Mitarbeiter haben in einer bedeutenden randomisierten kontrollierten Studie 110 adipöse Männer untersucht.[6] Sie wurden in eine Interventions-und Kontrollgruppe eingeteilt. Im Interventionsarm erfolgte ein intensives Gewichtsabnahmeprogramm mit personalisierter Ernährung und Trainingsberatung. Die Männer im Kontrollarm erhielten allgemeine mündliche und schriftliche Informationen über gesunde Ernährung und körperliches Training, aber keine spezifische, individualisierte Betreuung.

Nach 2 Jahren zeigten die Männer im Interventionsarm signifikant höhere Gewichtsverluste, ausgedehnteres körperliches Training, günstige Veränderungen hinsichtlich der physiologischen Messungen der endothelialen Dysfunktion sowie eine signifikante Verbesserung ihrer ED verglichen mit den Männern des Kontrollarms. Außerdem war die Zahl der Männer ohne ED in der Interventionsgruppe signifikant größer als in der Kontrollgruppe.

Kommentar

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