Ungewollt erschlafft: Das richtige Vorgehen bei Erektionsstörungen

Edward D. Kim, MD

Interessenkonflikte

12. November 2014

In diesem Artikel

Bei dem Patienten wurde eine erektile Dysfunktion (ED) festgestellt. Obwohl organische und psychogene ED häufig miteinander einhergehen, sprechen die Raucheranamnese, das Übergewicht, die Dyslipidämie und der erhöhte Blutdruck deutlich für eine organische Genese.

Nach der Beratung durch einen Arzt entschied sich der Patient zu einer radikalen Umstellung  seiner Lebensgewohnheiten mit Durchführung einer Diät, Beginn körperlicher Bewegung und Rauchverzicht. Gleichzeitig entschied er sich für die tägliche Einnahme eines Phosphodiesterase-5-Hemmers zur Behandlung der ED und des benignen Prostatasyndroms (BPS). Alternativ erhielt er eine orale Therapie bestehend aus einem Phosphodiesterase-5-Hemmer (Einnahme bei Bedarf) in Kombination mit einem Medikament für das BPS (wie z.B. ein selektiver Alpha-Blocker oder einen 5-alpha-Reduktase-Hemmer).

Die ED ist definiert als Unfähigkeit, eine Erektion zu erreichen oder zu erhalten, die für die Durchführung von Geschlechtsverkehr suffizient ist. Die ED ist allerdings nur eine von verschiedenen Sexualstörungen des Mannes. Basierend auf der Anamnese sollte die ED von Störungen des Orgasmus, der Ejakulation, genitaler Schmerzen oder der Libido unterschieden werden.

Abbildung 1

Ein niedriger Serumtestosteron-Spiegel kann bei einem Drittel aller Männer mit ED gefunden werden. Viele Männer versteifen sich auf die Sorge um ein zu niedriges Testosteron. Allerdings weisen die meisten Männer, die eine Testosteron-Substitution erhalten, keine signifikante Verbesserung ihrer erektilen Funktion auf, da Begleiterkrankungen für die ED verantwortlich sind. Die morgendlichen Spiegel des Gesamttestosterons wie auch die Serumchemie, ein komplettes Blutbild, ein Lipidprofil und der Nüchtern-Glukosespiegel werden klassischerweise bei der Erstuntersuchung bestimmt. Ist das Gesamttestosteron erniedrigt oder grenzwertig, sollten das freie, bioverfügbare Testosteron und das luteinisierende Hormon (LH) bestimmt werden.

Das BPS, das u.a. mit obstruktiven Miktionsstörungen („Lower Urinary Tract Symptoms“ LUTS) einhergeht, nimmt mit steigendem Alter zu. Der ausgeprägte Zusammenhang zwischen diesen beiden Konditionen wurde im Rahmen einer großangelegten multinationalen Studie zum alternden Mann (MSAM-7) beobachtet. [1] In dieser Studie, die auf Daten aus Fragebögen basiert, war die Prävalenz für moderate bis ausgeprägte LUTS alters-assoziiert: von 22 % der Männer zwischen 50-59 Jahren bis zu 45,3 % der Männer zwischen 70-80 Jahren. Die Prävalenz der ED nimmt ebenfalls mit dem Alter zu. Der Zusammenhang zwischen LUTS und sexueller Dysfunktion bestand fort, nachdem hinsichtlich Alter und Komorbiditäten, die die sexuelle Funktion beeinträchtigen, kontrolliert wurde.

In ähnlicher Weise analysierten Seftel et al. Studien, die über die Prävalenz koexistierender LUTS/BPS und ED berichteten, indem sie alternative Fragebögen zu den LUTS (z.B. „International Prostate Symptom Score IPSS) verwandten. [2] Die durchschnittlichen Raten begleitender Erkrankungen waren 43 % bei Männern zwischen 40-49 Jahren, 72 % zwischen 50-59 Jahren und 79 % zwischen 60-69 Jahren.

Kommentar

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