Blutiges Fieber: Aktuelle Handlungsempfehlungen beim Verdacht auf Ebola

Dr. med. Martina Lenzen-Schulte | 29. August 2014

Autoren und Interessenkonflikte

Klinik

Die Inkubationszeit beträgt 2 bis 21 Tage, in der Regel gut eine Woche. Sie ist abhängig von der Erregerkonzentration und davon, wie rasch die Symptome richtig gedeutet werden. Die ersten Symptome sind unspezifisch und können leicht mit einer Grippe und anderen viralen Infekten verwechselt werden:

  • Plötzlich auftretendes Fieber
  • Kopf- und Muskelschmerzen
  • Schwächegefühl
  • Augenbindehautentzündung
  • Appetitlosigkeit, Nausea, Vomitus
  • Abdominelle Schmerzen
  • Diarrhoe

Symptome der fortgeschrittenen Erkrankung sind:

  • Schwere Blutungen aus Punktionsstellen und auf Schleimhäuten
  • Myokarditis
  • Lungenödem
  • Tachypnoe, Blutdruckabfall, Anurie und Koma bei Moribunden

Die Letalität liegt zwischen 30 und 90%. Dem derzeit in Westafrika grassierenden Zaire-Virus wird eine besonders hohe Letalität zugeschrieben (70 bis 90%). Der Tod tritt meist infolge eines Volumenmangels ein (kardiopulmonaler Schock, s. Therapie). Die letzten Meldungen bezifferten die Zahl der Infizierten auf deutlich über 2.000 und die Zahl der Toten auf mehr als 1.000.

Differenzialdiagnose 

Die wichtigste Differentialdiagnose, vor allem bei Verdachtsfällen in den Tropen, ist Malaria. Dies machte auch ein Verdachtsfall in Berlin im August 2014 deutlich, der einen Tag lang Behörden und Mediziner in Atem hielt, bis sich herausstellte, dass es sich um eine Malaria-Infektion handelte. Andere Viren, die hämorrhagisches Fieber auslösen, sind das Gelbfiebervirus, Dengue-Viren, das Lassavirus, einzelne Vertreter von Hanta-Viren und das Krim-Kongo-Virus. Außerdem müssen nicht-virale Erkrankungen wie Typhus abdominalis, eine Meningokokken-Sepsis und andere Septitiden, Rikettsieninfektionen, eine Leptospirose, hämorrhagischer Verlauf des Rückfallfiebers und auch Vergiftungen ausgeschlossen werden. Die abdominelle Symptomatik kann einen chirurgischen Notfall simulieren. Eine solche Verwechslung ist fatal für den Patienten und auch für das chirurgische Team, wenn es mit Blut und Sekreten des Infizierten in Kontakt kommt.

Referenzen

Referenzen

  1. King JW, et al: Ebola Virus Infection, 13. August 2013.
    http://emedicine.medscape.com/article/216288-treatment 
  2. RKI: Informationen für Reiserückkehrer, Stand 14. 8. 2014
    http://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/E/Ebola/Ebola_Reiserueckkehrer.pdf?__blob=publicationFile
  3. Robert Koch-Institut: Ebola Virus Infektionen
    http://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/E/Ebola/Ebola_node.html
  4. Robert Koch-Institut: Einstufung der Ebola-Virus-Infektion als Gesundheitliche Notlage von internationaler Tragweite, 15. 8. 2014 http://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/E/Ebola/Kurzinformation_Ebola_in_Westafrika.html?nn=2370426
  5. Übersicht zu Ebola- Marburgvirus: RKI-Informationen vom 11. 8. 2014
    http://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/E/Ebola/Uebersicht.html?nn=2370426
  6. Goodmann JL: NEJM (online) 20. August 2014
    http://www.nejm.org/doi/full/10.1056/NEJMp1409817?query=featured_home
  7. Frieden TR, et al: NEJM (online) 20. August 2014
    http://www.nejm.org/doi/full/10.1056/NEJMp1409903?query=featured_home
  8. Chan M: NEJM (online) 20. August 2014
    http://www.nejm.org/doi/full/10.1056/NEJMp1409859?query=featured_home
  9. Briand S, et al: NEJM (online) 20. August 2014
    http://www.nejm.org/doi/full/10.1056/NEJMp1409858?query=featured_home
  10. WHO: Ebola virus disease update - West Africa (28. August 2014)
    http://www.who.int/csr/don/2014_08_28_ebola/en/

Autoren und Interessenkonflikte

Autor
Dr. med. Martina Lenzen-Schulte
Redakteurin bei Medscape Deutschland

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