Harmlos oder maligne? Die häufigsten Hautläsionen

Ivan D. Camacho | 8. August 2014

Autoren und Interessenkonflikte

Obwohl viele Hautveränderungen gutartiger Natur sind und lediglich einer Verlaufskontrolle bedürfen, kann die Entfernung suspekter Hautläsionen das Risiko der Entwicklung maligner Befunde senken. So kann die Mehrheit der Hautkrebserkrankungen kann durch eine chirurgische Sanierung geheilt werden. Können Sie zuverlässig die suspekten Hautläsionen von den unbedenklichen unterscheiden?

Dia 1

Das kutane Plattenepithelkarzinom ist der zweithäufigste, nicht-melanomatöse Hautkrebs und macht 20% aller kutanen Malignome aus. Es tritt oft an Sonnen-exponierten Hautarealen von Patienten mittleren oder fortgeschrittenen Alters auf. Das typische anfängliche Erscheinungsbild des Plattenepithelkarzinoms ist das einer anormalen Papel, eines Plaques oder Knotens mit unterschiedlicher Ausprägung von Schuppung, Krustenbildung oder Ulzerationen. Ungefähr 70% der kutanen Plattenepithelkarzinome finden sich an Nacken und Kopf, insbesondere an der unteren Lippe, am Ohr und der periaurikulären Region, der Stirn und der Kopfhaut.

Dia 2

Das Basalzellkarzinom (BZK) kommt beim Menschen am häufigsten vor. Es zeigt sich typischerweise als feste Papel oder Knoten auf Sonnen-exponierten Hautabschnitten. Es kann klar oder schlecht umschrieben, wächsern oder schuppig, farblich durchscheinend oder hautfarben über pink bis braun sein. Es kann Teleangiektasien und verschiedenartig ausgeprägte Krustenbildungen und Ulzerationen aufweisen. Das klinische Bild variiert in Abhängigkeit vom Subtyp, der Lokalisation und dem Ausmaß der Erkrankung mit eventueller Beteiligung kosmetischer und funktioneller Strukturen. Ungefähr 70% aller BZK treten am Kopf auf, ca. 25 % am Rumpf. BZK metastasieren selten, können aber lokal invasiv und destruierend wachsen und sogar zu Entstellungen führen. Die chirurgische Entfernung stellt die Therapie der Wahl dar. Andere Behandlungen können in Abhängigkeit vom Subtyp, der Tumorgröße, der Lokalisation und dem Staging in Erwägung gezogen werden.

Dia 3

Das maligne Melanom entsteht durch Entartung von Melanozyten. In der Regel bilden sich Hautläsionen aus, die eine Veränderung ihrer Konfiguration (asymmetrisch, unregelmäßige Begrenzung, Anhebung der Oberfläche), ihrer Farbe (Rot-, Weiß- und Blautöne in einer braunen oder schwarzen Läsion) oder  ihrer Größe (Durchmesser mehr als 6mm) erkennen lassen. Die Hautveränderungen können symptomatisch (Stiche, Blutungen oder Ulzerationen) sein. Das maligne Melanom wird in 5 Subtypen klassifiziert: das superfiziell spreitende Melanom (SSM),  das noduläre Melanom (NM), das Lentigo maligna-Melanom (LMM), das akral lentiginöse Melanom (ALM) und das mukös lentiginöse Melanom (MLM). Die Diagnose ist entscheidend: bei frühzeitiger Diagnose bestehen Heilungschancen durch eine chirurgische Exzision.

Dia 4

Saitenwarzen (auch als Akrochordon bezeichnet) sind häufige, benigne, hautfarbene oder hyperpigmentierte, weiche und oft gestielte Papeln, die am häufigsten im Bereich des Nackens, der Achselhöhle und an anderen Lokalisationen mit Hautfalten (einschließlich der Leistenbeuge) insbesondere bei adipösen Patienten zu beobachten sind. Sie sind in der Regel asymptomatisch, können aber bei Irritationen Beschwerden verursachen. Die Inzidenz beträgt ca. 46% in der Bevölkerung. Selten können sie beim Birt-Hogg-Dube-Syndrom zusammen mit Fibrofollikulomen und Trichodiskomen angetroffen werden. Zu den Differentialdiagnosen gehören Neurofibrome, melanozytische Nävi, fibroepitheliale Tumoren (Pinkus-Tumor), die seborrhoische Keratose und Warzen. Akrochordone werden aus kosmetischen Gründen oder bei Auftreten von Symptomen behandelt.

Dia 5

Neurofibrome sind weiche, gestielte oder breitbasige, oft asymptomatische, hautfarbene Papeln. Sie können singulär auftreten, multiple Befunde sind meist mit einer Neurofibromatose assoziiert. Kutane Neurofibrome weisen das sog. Knopflochzeichen auf, wenn sie tiefer in die Haut imprimiert werden. Eine Behandlung erfolgt bei Wunsch nach kosmetischer Korrektur.

Dia 6

Talgdrüsentumore sind verbreitete, gutartige, kleine, gut umschriebene, weißlich-gelbe oder hautfarbene Papeln, teilweise mit Randwall. Meist finden sie sich im Gesicht (vor allem Stirn, Nase und Wangen), da ihnen vergrößerte Talgdrüsen zugrunde liegen. Sie kommen bei einer Ciclosporin-Therapie nach Transplantation oder beim Muir-Torre-Syndrom vor. Die wichtigsten Differenzialdiagnosen sind das BZK, Kolloid-Milium, Angiofibrom, Xanthom, Molluscum contagiosum, eine Kalzinose, eine Lipoid-Proteinose, und Adnex-Tumore wie Syringome, Trichilemmome, und Trichoepitheliome. Eine Behandlung kann aus kosmetischen Gründen erfolgen.

Dia 7

Syringome stellen gutartige, kleine, asymptomatische, symmetrisch verteilte, hautfarbene oder gelbliche (manchmal mit transluzierendem Erscheinungsbild) Hautpapeln dar, die sich von Ausführungsgängen ekkriner Schweißdrüsen ableiten. Syringome finden sich meist am unteren Augenlid und den Wangen. Verschiedene Formen sind bekannt, zu denen lokalisierte, generalisierte, eruptive und mit Down-Syndrom assoziierte Formen gehören. Die eruptive Form fällt typischerweise durch hyperpigmentierte Papeln am Rumpf und den Genitalien auf. Zu den Differentialdiagnosen gehören das Trichoepitheliom, das BZK, das apokrine Hidrozystom, Xanthelasmen, Talgdrüsentumore, das Granuloma anulare und das mikrozystische Adnexkarzinom. Das Auftreten klarzelliger Syringome steht mit dem Vorliegen eines  Diabetes mellitus in Zusammenhang. Eine Behandlung erfolgt bei Wunsch nach kosmetischer Korrektur.

Dia 8

Xanthelasmen sind oft symmetrische, konfluierende, gelbe Papeln und Plaques, die meist in der periorbitalen Zone zu finden sind (insbesondere im inneren Augenwinkel und dem oberen Augenlid). Häufig sind alle vier Augenlider betroffen. Xanthelasmen zeigen eine Tendenz fortzuschreiten, zu konfluieren und zu persistieren. Bis zu 50% betroffener Patienten weisen eine assoziierte Dyslipidämie auf. Zu den Differentialdiagnosen gehören die Talgdrüsenhyperplasie und Syringome. Zahlreiche Behandlungsoptionen stehen für die Entfernung des Xanthelasma palpebrarum zur Verfügung wie die chirurgische Exzision, die Laserablation (mittels Argon- oder Kohlendioxidlaser), die chemische Kauterisation, die Elektrodesikkation und die Kryotherapie.

Dia 9

Seborrhoische Keratosen stellen den häufigsten gutartigen Tumor bei Erwachsenen dar. Sie zeigen sich als gut umschriebene, wachsartige, flache oder verruköse, hautfarbene bis bräunliche oder schwarze Papeln, die an allen Körperteilen mit Ausnahme der Handinnen-und Fußflächen sowie der Schleimhäute entstehen können. Multiple Manifestationen kommen bei autosomal dominanter Erkrankung oder als Teil des Leser-Trelat-Zeichens vor (in Assoziation mit Malignität). In der Regel sind sie asymptomatisch, es sei denn, sie sind entzündet. Zu einigen bekannten Varianten gehören die Dermatosis papulosa nigra (schwarze Papeln im Gesicht dunkelhäutiger Patienten), die Stukkokeratose (graue bis hellbraune, flache keratotische Papeln der Knöchel und Füße) und das Melanoakanthom (tief pigmentierte Läsionen). 

Dia 10

Bei Warzen handelt es sich um benigne Proliferationen, die durch verschiedene Subtypen des humanen Papilloma-Virus (HPV) hervorgerufen werden. Sie werden durch direkten oder indirekten Kontakt übertragen und manifestieren sich als hautfarbene hyperkeratotische Papeln mit unregelmäßiger und rauer Oberfläche. Zu den am häufigsten zu beobachtenden Manifestationen einer HPV-Infektion zählen gewöhnliche Warzen, Genitalwarzen, Flachwarzen, palmoplantare Warzen, die fokale epitheliale Hyperplasie, die Epidermodysplasia verruciformis und die zystischen Warzen der Fußsohle. Zu den Differentialdiagnosen zählen erworbene Fibrokeratome der Finger, die aktinische Keratose, das Cornu cutaneum, das Molluscum contagiosum, die seborrhoische Keratose und das Plattenepithelkarzinom. Die Behandlung kann sich aufgrund regelmäßiger Rezidive schwierig gestalten.

Dia 11

Dellwarzen (Molluscum contagiosum)  stellen benigne, asymptomatische, gut umschriebene, pinke bis hautfarbene einzelne oder multiple, kuppelförmige Papeln mit einem Durchmesser von 2-5mm dar. Sie werden durch das Molluscum-contagiosum-Virus hervorgerufen, das durch direkten oder indirekten Hautkontakt mit Keimträgern übertragen wird und sich durch Autoinokulation verbreitet. Bei gesunden Kindern und Erwachsenen handelt es sich in der Regel um eine selbstlimitierende Erkrankung, die sich bei immungeschwächten Patienten allerdings ausbreiten und persistieren kann. Differentialdiagnostisch müssen epidermale Zysten, Nävi, Talgdrüsenhyperplasien, Warzen, Keratoakanthome, BZK, pyogene Granulome, perforierende Erkrankungen und Infektionen wie kutane Kryptokokkose, die Histoplasmose und die Aspergillose ausgeschlossen werden.

Dia 12

Bei pyogenen Granulomen (lobuläres kapilläres Hämangiom)  handelt es sich um benigne, rasch proliferierende, solitäre, breitbasige oder gestielte, polypoide, hell-rötliche Papeln oder Knötchen mit einem Rand aus Keratin. Häufig entstehen sie in Arealen nach traumatischem Ereignis (oft am Kopf, dem Nacken, den Fingern und am oberen Rumpf) und bluten schon bei geringem oder ohne Trauma. Pyogene Granulome entwickeln sich auch während der Schwangerschaft, insbesondere auf dem Zahnfleisch. Zu den Differentialdiagnosen gehören das atypische Fibroxanthom, die bazilläre Angiomatose, Hämangiome, der Glomus-Tumor, das BZK, das Plattenepithelkarzinom, der Spitz-Nävus, das metastatische Hautkarzinom, das Kaposi-Sarkom und das amelanotische maligne Melanom. Die Therapie der Wahl ist die Elektrodesikkation.

Dia 13

Kirschangiome sind sehr häufige, gutartige, asymptomatische, oft weit verbreitete, hellrote bis violette Hautflecken bis zu kuppelförmigen oder polypoiden Papeln. Sie stellen kutane vaskuläre Proliferationen dar und entstehen typischerweise in der dritten bis vierten Lebensdekade. Zu den Differentialdiagnosen gehören Angiokeratome, bazilläre Angiomatosen, pyogene Granulome, Kaposi-Sarkome und amelanotische maligne Melanome.

Dia 14

Das Angiokeratoma scroti Fordyce ist eine gutartige, typischerweise asymptomatische 2-5mm messende, bläulich-schwarze oder dunkelrote, kuppelförmige, schuppige Papel am Skrotum, dem Penisschaft, den großen Schamlippen, den Oberschenkelinnenseiten oder dem Unterbauch meist bei Erwachsenen. Angiokeratome können mit erhöhtem Venendruck (z.B. Hernien, epididymale Tumoren, Varikozelen) oder einer Strahlentherapie vergesellschaftet sein oder als Einzelbefund in Erscheinung treten. Sie bedürfen keiner Therapie, es sei denn, es kommt zu behandlungsbedürftigen Blutungen.

Dia 15

Epidermoide Zysten sind häufige, gutartige, bewegliche, hautfarbene bis gelbliche, feste runde Knoten unterschiedlicher Größe, die fast immer durch einen zentralen Porus oder Punkt charakterisiert sind. Die Entleerung von übelriechendem, „käse-ähnlichem“ Material kann beobachtet werden. Obwohl diese Zysten überall auftreten können, finden sie sich meist im Gesicht, dem Nacken und dem Rumpf. Die Zysten sind meist asymptomatisch, wenn sie sich nicht entzünden oder sekundär infizieren und dadurch druckschmerzhaft werden. Differentialdiagnostisch kommen Kiemenspaltenzysten, Dermoidzysten, eine Hautkalzinose und Lipome in Betracht. Aus kosmetischen Gründen oder bei rezidivierender Entzündung können sie exzidiert werden.

Dia 16

Lipome stellen die häufigsten subkutanen Weichgewebstumoren dar. Lipome sind benigne, gut umschriebene oder schlecht abgrenzbare, weiche oder gummiartige, nicht komprimierbare, langsam wachsende, 2-10cm messende, bewegliche, subkutane Knoten mit Lokalisation meist an Rumpf, Nacken und proximalen Extremitäten. In der Regel sind sie asymptomatisch, wenn sie nicht zur Kompression eines Nervens führen. Oft sind sie solitär oder treten im Rahmen einer Lipomatose auf (z.B. bei der diffusen kongenitalen Lipomatose, der benignen symmetrischen Lipomatose, der familiären multiplen Lipomatose oder der Dercum-Erkrankung). Zu den Differentialdiagnosen zählen das Blaue Gummiblasen-Syndrom, das Dermatofibrom, das Leiomyom und die Epidermoidzyste. Eine chirurgische Exzision steht bei Symptomen oder kosmetischem Korrekturwunsch zur Verfügung.

Dia 17

Bei der Chondrodermatitis nodularis helicis handelt es sich um eine verbreitete, benigne und schmerzhafte Erkrankung der Helix und Antihelix des Ohres. Typischerweise präsentiert sie sich mit festen, gut demarkierten hautfarbenen bis pinken, schuppigen oder verkrusteten, druckschmerzhaften Papeln oder Knoten und betrifft meist Männer mittleren Alters oder ältere Männer. Die häufigste Lokalisation ist der Apex der Ohrhelix bei Männern und die Antihelix bei Frauen. Das rechte Ohr ist häufiger betroffen. Man nimmt an, dass Druck und ein aktinischer Schaden in der Pathogenese dieser Erkrankung eine Rolle spielen. Das Ziel der Behandlung ist, einen Druckabbau über der Läsion zu erreichen die lokale Entzündung einzudämmen, die für die Schmerzen verantwortlich zeichnet.

Dia 18

Dermatofibrome sind häufige, gutartige, asymptomatische, gut umschriebene, solitäre, feste, hautfarbene bis pinke oder grau-bräunliche, kutane oder subkutane Papeln oder Knoten. Sie treten meist an den Extremitäten (meist an den Unterschenkeln) junger Erwachsener auf. Beim Dermatofibrom könnte es sich um eine reaktive Neubildung infolge eines Traumas handeln. Multiple eruptive Läsionen können im Rahmen eines systemischen Lupus erythematosus, HIV und anderen immunsuppressiven Erkrankungen entstehen. Die charakteristische Bindung der Epidermis an die darunter liegende Läsion mit seitlicher Kompression wird als „Dimple-Zeichen“ bezeichnet und kann bei der richtigen Diagnosestellung helfen. Die Entfernung des Tumors ist außer bei Unsicherheit bezüglich der Diagnose nicht notwendig. Auch aus kosmetischen Beweggründen kann eine Therapie erfolgen.

Dia 19

Fibröse Papeln im Gesicht sind häufig, benigne, einzeln vorkommend, fest, kuppelförmig, glänzend, hautfarben bis pink und stellen Angiofibrome dar. Die meisten Befunde finden sich auf der Nase und weniger oft auf den Wangen, dem Kinn, dem Nacken und selten auf der Lippe oder Stirn. Eine Entfernung ist nur indiziert, wenn der V.a. einen frühen Hautkrebs besteht. Zu den Differentialdiagnosen gehören melanozytische Nävi, Adnextumore, Plattenepithelkarzinome und BZK. Aus kosmetischen Gründen kann eine Behandlung erfolgen.

Dia 20

Das Cornu cutaneum ist eine exophytische, hyperkeratotische, gelb bis braune Papel, die sich konisch zu der Form eines Horns aufwölbt. Initial ist es asymptomatisch, kann aber im Rahmen von Traumen schmerzhaft werden. Es kommt häufig auf Sonnen-exponierten Hautarealen älterer, hellhäutiger Patienten vor. Beim Cornu cutaneum handelt es sich um eine zugrundeliegende Hautstörung aufgrund einer anderen Erkrankung wie der aktinischen Keratose, der seborrhoischen Keratose und Warzen. Ein Plattenepithelkarzinom kann in bis zu 20% der Fälle gefunden werden. Wegen der Möglichkeit von Malignität an der Basis des Cornu cutaneum wird eine bioptische Abklärung in jedem Fall empfohlen.

Dia 21

Aktinische Keratosen sind hautfarbene bis pinke oder gelbe bis braun-schwarze, rauhe oder schuppige Papeln oder Plaques. Diese Läsionen können maligne zu einem invasiven  Plattenepithelkarzinom entarten. Sie treten häufiger an Sonnen-exponierten Stellen (Gesicht, Ohren, Nacken, Hände, Beine und oberer Rumpf) hellhäutiger Menschen auf, insbesondere wenn anamnestisch lange Phasen einer Sonnenexposition, Berufe oder Hobbies im Freien und eine Immunschwäche eruiert werden können. Die Behandlung dieser prämalignen Befunde wird angeraten, eine Prophylaxe durch Sonnenschutz dringend empfohlen. Das Bild zeigt erythematöse, schuppige Läsionen im Schläfenbereich, wie sie typischerweise bei einer aktinischen Keratose zu sehen sind.

Dia 22

Beim Morbus Bowen handelt es sich um eine intraepidermale Neoplasie entsprechend einem Plattenepithel-Carcinoma in situ mit hohem Ausbreitungs- und Invasivitätspotenzial. Die Flecken oder schuppigen Plaques sind typischerweise asymptomatisch, langsam sich ausbreitend, gut abgrenzbar, irregulär in der Form und hautfarben bis pink oder braun. Die Befunde können manchmal mehrere Zentimeter im Durchmesser messen und an jeder beliebigen mukokutanen Stelle auftreten. Bevorzugt sind sie allerdings am Kopf, dem Nacken und den Extremitäten zu finden. Das Plattenepithelkarzinom, das auf dem Boden eines Morbus Bowen entsteht, scheint aggressiver zu sein als solche, die aus einer aktinischen Keratose hervorgehen. Zu den Behandlungsoptionen gehören destruktive Verfahren sowie die Anwendung topischer Substanzen.

Dia 23

Keratoakanthome sind schnell wachsende, hautfarbene bis rote, 1-2cm messende, kuppelförmige Knoten mit glatter glänzender Oberfläche und einem charakteristischen zentralen Keratinpfropf oder einer kraterförmigen Ulzeration. Nach einer schnellen Wachstumsphase über einige Wochen, kann es zu einem Stillstand und einer langsamen, spontanen Involution kommen. Die meisten Befunde finden sich auf Sonnen-exponierten Arealen wie dem Gesicht, dem Nacken und den oberen Extremitäten. Keratoakanthome können sehr gut differenzierten Plattenepithelkarzinomen entsprechen, sodass häufig aufgrund des seltenen Risikos der Progression zu einem invasivem oder metastasierten Karzinom zu einer chirurgischen Exzision geraten wird.

Dia 24

Bei Altersflecken (Lentigo solaris) handelt es sich um häufige, scharf begrenzte, einzelne oder multiple, homogene oder buntscheckige, dunkelgelbe bis braun-schwarze hyperpigmentierte Makulae unterschiedlicher Größe, die von normaler Haut umgeben auf Sonnen-exponierten Stellen (meist im Gesicht, an den Armen, den Handrücken und am oberen Rumpf) vorzufinden sind. Ältere Flecken sind oft dunkler und können zu größeren Arealen konfluieren. Multiple Altersflecken können als klinisches Zeichen für vergangene Sonnenbrände fungieren und Patienten mit erhöhtem Risiko für die Entwicklung kutaner Malignome identifizieren. Aus kosmetischen Gründen kann eine Behandlung erfolgen.

Dia 25

Melanozytische Nävi (nicht angeboren) sind häufig, gutartig, hautfarben bis braun oder schwarz und meist bei hellhäutigen Menschen anzutreffen. Sie sind gut umschrieben mit symmetrischen Proliferationen. Nävi auf Handinnenflächen und Fussohlen, Nagelbetten und den Konjunktiven trifft man häufiger bei dunkelhäutigen Personen an. Ihr klinisches Erscheinungsbild variiert und korreliert mit dem jeweiligen Subtyp: junktionale Nävi sind einheitlich und flach oder minimal erhaben, wobei der Compound-Typ und die dermalen Nävi erhöhte oder gestielte Papeln darstellen, die manchmal terminale Haare aufweisen. Intradermale Nävi bilden die häufigste Gruppe der Muttermale beim Erwachsenen.

Dia 26

Melanozytische Nävi sind benigne Neubildungen aus Melanozyten, den Pigment-produzierenden Zellen der Epidermis. Der junktionale melanozytische Nävus ist ein brauner Fleck im konjunktivalen Epithel. Die Differentialdiagnosen sind sehr zahlreich und umfassen am häufigsten Akrochordone, Neurofibrome, die seborrhoische Keratose, Warzen, angeborene Nävi, BZK, Lentigo, den dysplastischen Nävus und das Melanom.

Dia 27

Dysplastische melanozytische Nävi stellen eine Variante der melanozytischen Nävi dar mit charakteristischen, histologischen Eigenschaften. Es existiert die kontrovers diskutierte Meinung, dass sie ein Zwischenstadium in der Entwicklung des Melanoms aus einem gewöhnlichen Nävus repräsentieren. Typischerweise sind sie flache, unregelmäßig pigmentierte und geformte Makulae oder Papeln und können ein Spiegelei-ähnliches Erscheinungsbild mit zentraler papulöser Zone und umgebendem Fleck abgeben. Menschen mit zahlreichen Nävi und einer positiven Familienanamnese für multiple Nävi oder Melanom (dysplastisches Nävus-Syndrom) weisen ein hohes Risiko auf, ein Melanom zu entwickeln. Daher sollten sie sich einem engmaschigen klinischen Monitoring unterziehen.

Dia 28

Blaue Nävi haben als Variante des melanozytischen Nävus charakteristische histologische Eigenschaften (dermale Verteilung und gespindelte Morphologie). Sie sind typischerweise ausgeprägt pigmentierte, gut umschriebene, homogene, symmetrisch blaue bis graue oder schwarze Papeln, die sich in ihrer Größe von klein bis knotig unterscheiden. Sie finden sich meist an den distalen Extremitäten und der Kopfhaut, können allerdings auch ubiquitär auftreten. Die zelluläre Variante des blauen Nävus ist oft größer und häufiger am Gesäß und dem Bereich des Kreuz- und Steißbeins anzutreffen. Zu den Differentialdiagnosen gehören das Dermatofibrom, Tattoos, melanozytische Nävi, pigmentierte Spindelzell-Nävi, dysplastische Nävi und das Melanom.

Dia 29

Spitz-Nävi sind ebenfalls ein Subtyp des melanozytischen Nävus, die typischerweise rosa bis rot (Angiom-ähnlich) oder hyperpigmentiert als Papeln bei Kindern auftreten, charakteristischerweise auf dem Kopf. Klinisch können sie nur sehr schwer von gewöhnlichen Nävi zu unterscheiden sein. Ein ausgeprägt pigmentierter Subtyp ist als Reed-Nävus oder pigmentierter Spindelzell-Nävus bekannt. Zu den Differentialdiagnosen gehören das kindliche Xanthogranulom, das pyogene Granulom, das Hämangiom, der melanozytische Nävus, der blaue Nävus, der dysplastische Nävus und das Melanom.

Dia 30

Autoren und Interessenkonflikte

Dieser Fall wurde ursprünglich auf medscape.com präsentiert.

Mitarbeiterinformationen

Autor:

Ivan D. Camacho, MD
Assistant Professor
Department of Dermatology and Cutaneous Surgery
Miller School of Medicine
University of Miami
Miami, Florida
Camacho ID: Es liegen keine Interessenskonflikte vor.

Redakteur:

Mark P. Brady, PA-C
Adjunct Faculty and Preceptor
Physician Assistant Program
University of New England
Physician Assistant
Department of Emergency Medicine
Cambridge Hospital, Cambridge Health Alliance
Cambridge, Massachusetts
Brady MP: Es liegen keine Interessenskonflikte vor.

Reviewer

Jeffrey Callen, MD
Professor of Medicine (Dermatology)
Chief, Division of Dermatology
University of Louisville School of Medicine
Louisville, Kentucky
Callen J: Es liegen keine Interessenskonflikte vor.


Übersetzung:

Dr. Christoph Eimer
Urologe

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