Joints lassen Pickel sprießen - Sex und Übergewicht scheinen zu schützen

Dr. Susanne Kammerer | 15. März 2013

Autoren und Interessenskonflikte

Miami Beach – Französische Dermatologen haben 8 Lebensstilfaktoren identifiziert, die die Akneprävalenz entweder günstig oder ungünstig beeinflussen. Dazu gehören: Stress, Müdigkeit und der tägliche Konsum von Schokolade und Süßigkeiten. Besonders negativ wirkt sich laut dieser Studie der Konsum von Marihuana auf die Entstehung von Pusteln und Pickeln aus. Eher günstig im Hinblick auf die Akneprävalenz erwiesen sich dagegen das Zigarettenrauchen, Übergewicht und Sex, ein- bis zweimal in der Woche.  

Wie sich diverse Lebensstilfaktoren auf die Akneprävalenz auswirken, hat eine Arbeitsgruppe in Frankreich um Pierre Wolkenstein, Creteil Hospital, Creteil, France, untersucht und während der Jahrestagung der American Academy of Dermatology vorgestellt [1]. Dazu wurden in einer telefonischen Umfrage 10.000 Franzosen im Alter von 18 bis 69 Jahren kontaktiert.

Die Teilnehmer wurden nach ihren Ess- und Rauchgewohnheiten, Alkohol- und Marihuana-Konsum, Stress, Sexualität und BMI befragt. Dabei konzentrierte man sich auf die Gruppe der 15- bis 24-Jährigen, die an Akne litten, und verglich sie bezüglich des Lebensstils mit dem Anteil der Befragten, die angaben, nie an Akne gelitten zu haben. Auch die soziodemographischen Daten der Studienteilnehmer wurden erhoben.

Insgesamt verglichen die Autoren 1.375 Aknepatienten mit 891 Teilnehmern, die nie an Akne gelitten hatten. Dabei zeigte sich, dass 58,8% der Aknepatienten weiblich waren und 2,4% starkes Übergewicht aufwiesen. Anhand einer multivariaten Analyse ließen sich 8 Lebensstilfaktoren ermitteln, die eine signifikante Assoziation mit dem Auftreten von Akne aufwiesen.

Stress, Müdigkeit und der tägliche Konsum von Schokolade und Süßigkeiten erhöhen demnach die Wahrscheinlichkeit einer Akne. Besonders negativ wirkte sich der Konsum von Marihuana aus: Das Risiko für Akne wird um nahezu das Dreifache erhöht.

Umgekehrt können einige Lebensstilfaktoren das Risiko einer Akne auch verringern, nämlich Zigarettenrauchen, Übergewicht und Sex in einer Häufigkeit von ein- bis zweimal pro Woche. Da an der Umfrage kaum Patienten mit schwerer Akne teilnahmen, können die Erkenntnisse nicht auf diese Gruppe übertragen werden.

Fettarme Milch lässt Pickel sprießen

Auch eine zweite Untersuchung beschäftigte sich mit der Frage, wie sich verschiedene Lebensmittel auf Akne auswirken [2]. Dazu wurde eine Literaturrecherche durchgeführt, in der auch geklärt werden sollte, wie sich eine Ernährungsweise mit hohem glykämischen Index auswirkt, bei der viele rasch verfügbare Kohlenhydrate, wie z.B. Weißbrot, verzehrt werden.

Die Erkenntnisse dieser Recherche waren teilweise überraschend: So zeigte sich, wie auch schon aus früheren Untersuchungen hervorging, dass der Konsum von Milch die Wahrscheinlichkeit von Pickeln erhöht. Unerwartet war jedoch, dass dieser Zusammenhang bei fettarmer Milch deutlicher ausgeprägt war als bei Vollmilch.

Zudem bestand ein schwacher positiver Zusammenhang zwischen einer Ernährungsweise mit hohem glykämischen Index und einer erhöhten Akne-Inzidenz. Umgekehrt scheint der häufige Konsum von Fisch einen Schutz vor Akne zu bieten. Nach Ansicht der Autoren müssen jedoch prospektive, randomisierte Studien klären, ob sich durch den Verzicht auf Nahrungsmittel mit hohem glykämischen Index Akne-Effloreszenzen positiv beeinflussen lassen.

Referenzen

Referenzen

  1. 71th Annual Meeting of the American Academy of Dermatology (AAD), 1. bis 5. März 2013, Miami Beach, Florida, USA.
    Poster: Wolkenstein P. et al: Acne and lifestyle: results of a survey on a representative sample of the French population.
  2. Poster: Bayle K, Williams HC: How strong is the evidence linking a high glycemic index diet and obesity with acne.

Autoren und Interessenskonflikte

Dr. Susanne Kammerer
Es liegen keine Interessenkonflikte vor.

Pierre Wolkenstein
Die Umfrage wurde unterstützt von Pierre-Fabre Dermocosmétique.

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