EU-Zulassung für Pertuzumab bei HER2-positivem Brustkrebs

Nick Mulcahy | 6. März 2013

Autoren und Interessenskonflikte

Die Europäische Arzneimittel-Agentur EMA (European Medicines Agency) hat Pertuzumab (Perjeta®, Roche/Genentech) zur Behandlung von metastasierendem HER2-positivem Brustkrebs zugelassen. Pertuzumab wurde ausdrücklich in Kombination mit Trastuzumab (Herceptin®, Roche/Genentech) und Docetaxel zugelassen, und zwar zur Behandlung von metastasierendem HER2-positivem oder lokal rezidivierendem, inoperablem Brustkrebs bei Patientinnen, die zuvor keine Anti-HER2-Therapie oder Chemotherapie erhalten hatten.

„Die Kombination von Pertuzumab, Trastuzumab und Chemotherapie ist die erste Therapieform, die – im Vergleich zur vorherigen Standardbehandlung nur mit Trastuzumab und Chemotherapie – das Überleben signifikant verlängert", erklärte Dr. Hal Barron, Chief Medical Officer und Leiter der Globalen Produktentwicklung bei Roche, gegenüber der Presse.

In den USA war Pertuzumab bereits im Jahr 2012 für die gleiche Indikation zugelassen worden – Medscape Medical News [1] hatte hierüber informiert. Berichten zufolge belaufen sich dort die Kosten für die kombinierte Therapie aus Trastuzumab plus Pertuzumab auf etwa 144.000 Euro für eine 18-monatige Behandlung. Die europäische Zulassung erfolgte auf Basis der Phase-3-Studie CLEOPATRA (Clinical Evaluation of Pertuzumab and Trastuzumab), deren Ergebnisse erstmalig auf dem San Antonio Breast Cancer Symposium in 2011 vorgestellt wurden, wie in Medscape Medical News [2] berichtet worden war. Zur gleichen Zeit wurden die Ergebnisse auch im New England Journal of Medicine [3] publiziert.

CLEOPATRA hatte für die Dreifach-Medikamentenkombination aus Pertuzumab, Trastuzumab und Docetaxel im Vergleich zur Zweifach-Kombination aus nur Trastuzumab und Docetaxel ein um 6,1 Monate längeres medianes Überleben ohne Krankheitsverschlechterung oder Todesfälle ergeben. Die Kombination mit Pertuzumab verbesserte außerdem sowohl die Gesamtüberlebensrate als auch die objektive Ansprechrate im Vergleich zu Trastuzumab plus Chemotherapie. Das mediane Gesamtüberleben betrug in CLEOPATRA für Trastuzumab plus Chemotherapie 37,6 Monate. Für die Kombination mit Pertuzumab war zum Zeitpunkt der Analyse das mediane Gesamtüberleben noch nicht erreicht worden. Über die Hälfte der Patientinnen im Pertuzumab-Studienarm lebten weiterhin.

Gemeinsam wirken die Mittel am besten

Als eigenständigem Wirkstoff wird Pertuzumab lediglich eine „mäßige antitumorale Aktivität" beigemessen. Vorklinische Studien zeigen aber, dass Pertuzumab und Trastuzumab zusammen synergetisch wirken. Durch den komplementären Wirkmechanismus und die Bindung an unterschiedliche Epitope erlaubt die Kombination der beiden Wirkstoffe eine „umfassendere Blockade der HER2-Signale und eine höhere antitumorale Aktivität als jeder der beiden Wirkstoffe für sich genommen", hatten die CLEOPATRA-Forscher in 2011 geschrieben.

Die häufigsten bei der Dreifach-Kombination von Pertuzumab, Trastuzumab und Docetaxel beobachteten unerwünschten Reaktionen (>30%) waren Neutropenie, Übelkeit, Müdigkeit, Hautausschlag und periphere Neutropathie. Die häufigsten unerwünschten Reaktionen Grad 3/4 (>2%) waren Neutropenie, febrile Neutropenie, Leukopenie, Durchfall, periphere Neuropathie, Anämie, Asthenie und Müdigkeit. Des Weiteren notierten die CLEOPATRA-Forscher, führe die Dreifach-Therapie nicht zu gehäuftem Auftreten von linksventrikulärer systolischer Dysfunktion.

Dieser Artikel wurde von Andrea Thode aus www.medscape.com übersetzt und adaptiert.

Referenzen

Referenzen

  1. Chustecka Z: Medscape Medical News (online) 10. Juni 2012; Pertuzumab Approved for HER2 Breast Cancer; http://www.medscape.com/viewarticle/765411
  2. Mulcahy N: Medscape Medical News (online) 7. Dezember 2011; 'Huge' Development in HER2+ Metastatic Breast Cancer; http://www.medscape.com/viewarticle/755023
  3. Baselga J, et al.: NEJM (online) 12. Januar 2012; http://dx.doi.org/10.1056/NEJMoa1113216

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Es liegen keine Erklärungen zu Interessenkonflikten vor.

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